2. Februar

hypa

Am 2. Februar feiert die Christenheit das Fest der Darstellung Jesu im Tempel, volkstümlich „Mariä Lichtmess“ genannt. Mit ihm erst endet der weihnachtliche Festkreis, jetzt erst sollte der Weihnachtsschmuck in den Wohnungen entfernt werden.
Bereits am 1. Januar gedenkt die Kirche der Beschneidung (und Namensgebung) Jesu: Um unseretwillen unterwirft sich Jesus allem, was dazugehört „wahrer“ Mensch zu sein, also Mensch wie du und ich. (Das Neujahrsfest ist ein bürgerliches Fest, das genau genommen nicht in das Kirchenjahr gehört).

Und als acht Tage um waren und er beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.
Evangelium nach Lukas, Kapitel 1, Vers 21

Nach dem mosaischen Gesetz waren Frauen 40 Tage nach der Geburt eines Jungen (im kultischen Sinn!) unrein. Dann brachten Sie ein Reinigungsopfer im Tempel dar. Dabei wurde der erstgeborene Sohn – also Jesus in diesem Fall – im Tempel Gott übergeben. Das geschah in Gedenken an die Nacht der Einsetzung des Passah-Festes vor der Flucht aus Ägypten (siehe 2.Mose (=Exodus) 13,2-15).

So hat es auch Maria, die Mutter Jesu, zusammen mit Josef gehalten.

22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, 23 wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2. Mose 13,2; 13,15): »Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen«, 24 und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: »ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (3. Mose 12,6-8).
Evangelium nach Lukas 1, 22-24

Dieses Fest ist zugleich ein Moment der Begegnung Jesu mit dem Volk, weshalb die orthodoxen Kirchen des Ostens es als „Hypapante“ (Begegnung) bezeichnen.

Hier ist es Simeon, dem in der Begegnung geschenkt wird, Jesus als den Retter (Heiland) zu erkennen. Seine Worte sind in den Gottesdienst der Kirche eingegangen. In jeder Vesper (dem Abendgebet) werden sie gesungen. Einige lutherische Kirchen singen sie nach dem Empfang des Abendmahls – in beiderlei Gestalt, also in Form von Brot und Wein als dem Leib und dem Blut Christi, so, wie es Jesus selber angeordnet hat und wie es Wesen eines gültigen Abendmahls ist.

25 Und siehe, ein Mensch war in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm. 26 Und ihm war vom Heiligen Geist geweissagt worden, er sollte den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. 27 Und er kam vom Geist geführt in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, 28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: 29 Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; 30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, 31 das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, 32 ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.
Evangelium nach Lukas 1,  25-32

Diese Reaktion des Simeon war natürlich überraschend. Aber nicht nur das: Zu ihm gesellte sich eine Prophetin, Hanna. Mit ihren gottgegebenen Worten bekräftigte sie Simeon.
Uns scheint das heute natürlich: Zwei bezeugen dasselbe; dann gilt es auch vor Gericht!
Aber schon hier wird die Gleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott ausgedrückt. Mann und Frau sind nicht in allem gleich, aber sie sind gleichwertig. Für die damalige Zeit war das revolutionär. Heute sollte das selbstverständlich sein, aber in unserer Gesellschaft machen sich Stimmen laut, die das negieren.
Wir wollen es mit Simeon und Hanna halten und zusammen auf Jesus schauen, das Licht zur Erleuchtung aller.

33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. 34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – 35 und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden. 36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser. Sie war hochbetagt. Nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt 37 und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38 Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39 Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. 40 Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade lag auf ihm.

Evangelium nach Lukas 1, 33-40

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