Ostermarkt? – Versuch einer ovalen Glosse

Hasi1. Bald ist Ostern; vorher haben wir die Heilige Woche, die uns von Palmsonntag bis Ostersonntag (und Ostermontag) führt.

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein, von vielen als König bejubelt. Gründonnerstag: die Fußwaschung, die das neuere Papsttum leider propagandistisch hoch“stylt“. Vor allem aber: die Einsetzung des Abendmahls (für dich gegeben zur Vergebung der Sünden).

Karfreitag: die Kreuzigung. Jesus gibt sein Leben, damit wir leben können. (Am Karfreitag haben wir im CCStMM um 10.30 Gottesdienst mit geänderter Liturgie.)

Ostersamstag nach Sonnenuntergang: Da feiern wir die Osternacht (in der Stammgemeinde in Düsseldorf). Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Ostersonntag, am Tag des Gedenkens der Auferstehung, am 1. Sonntag (Domingo- Tag des Dominus: des Herrn!) der Kirche, haben wir im CCStMM um 10.30 Gottesdienst.

2. Ostern – mit Schokoladeneiern und ebensolchen Osterhasen hat das nichts zu tun – auch wenn ich gern zugebe, dass ich Schokoladeneiern und ebensolchen Hasen durchaus schätze.

Wenn nun die Stadt Essen ihren Ostermarkt in Frühlingsmarkt umbenennt, dann kommt mir zweierlei in den Sinn:

Dass die Umbenennung mit den religiösen Empfindlichkeiten von Nicht-Christen nichts zu tun habe, vermag ich nicht zu glauben. Sorry, Frau Ina Will (EMG-Sprecherin). Allerdings zeigt ihre Argumentation, dass das Problem etwas tiefer angesiedelt ist. (Übrigens gehört es nach christlichem Verständnis zu einer gesunden religiösen Haltung, sich nicht von Gefühlen und Empfindlichkeiten steuern zu lassen. Anders: Den Ramadan halte ich durchaus aus, besonders, wenn ich in Ägypten leben würde, auch wenn er nicht mein Ding ist.)

So ist die folgende Aussage merkwürdig: „Mancher störte sich in der Vergangenheit daran, dass der Ostermarkt bis weit über Ostern hinaus dauerte“. Tatsächlich dauert die österliche Freudenzeit weit über Ostern hinaus, sehr weit sogar – bis Pfingsten. Es ist eben das gleiche Spiel wie vor Weihnachten: Die Weihnachtsmärkte sind terminlich gesehen Adventsmärkte, haben aber mit der christlichen Botschaft nur noch höchst oberflächlich zu tun. Auf beiden Märkten wird Eierlikör getrunken – zufällige Klebrigkeit?

„Es gab die Kritik, dass es auf dem Markt zu wenige Waren gebe, die etwas mit dem Osterfest zu tun hätten…“. Auch das lässt mich stutzen. Es erschließt sich mir nicht, wie man die Auferstehung verkaufen kann. Aber halt: Kaffeebecher mit „Christus ist auferstanden!“ wären sicher eine Option, die ich allerdings auf dem „Ostermarkt“ bisher nicht gesehen haben. –

Fazit: Die Umbenennung, die sicherlich doch mit bestimmten Rücksichten auf Nicht-Christen zu tun hat, ist für die Sache selber wahrscheinlich eher gut, weil klärend. Dass das Wort „Ostern“ einmal weniger öffentlich benutzt wird, mag mancher bedauern. Allerdings verwenden viele europäische Sprachen den Begriff Passah (von schwedisch påsk bis portugiesisch Páscoa). Der Begriff „Ostern“ ist zwar deutsch, aber zugleich unglücklich, was sich einige Sekten in ihrem Argumentation zunutze machen. Und damit vom Wichtigsten von Ostern ablenken.

Denn es geht nicht um Begriffe, es geht nicht um Schokoladenkörper (wie zu Weihnachten die Jahresendfigur…), es geht darum, dass die Auferstehung gewissermaßen das Siegel auf Gottes Handeln für uns ist: Christus ist von den Toten auferstanden; darin haben Christen Anteil. Sie fürchten sich nicht vor dem Tod, auch vor Krankheiten nicht. (Das heißt nicht, dass sie nicht auch leiden müssten!) Aber sie wissen: das letzte Wort hat Gott, der dem, der ihm vertraut, ewiges Leben schenkt.

 

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