Kirche?

Kardinal Sarah hat mich zu diesen Zeilen angeregt.  

Er schreibt: “Die Kirche ist keine menschliche Organisation.”

Möglicherweise verstehen er und ich das Wort Kirche unterschiedlich: er sieht die Institution der römisch-katholische Kirche, ich die Kirche, wie im Neuen Testament beschrieben: der Leib Christi. 

Sein Satz stimmt aber in jedem Fall. Auch die römisch-katholische Kirche, kirchengeschichtlich eine Konfessionskirche wie jede andere auch, entstammt wie die Lutherische Kirche (nein, sie ist keine Neugründung Luthers) dem Wirken des Heiligen Geistes. 

Jesus hat nicht gesagt: Gründet eine Institution. Hingegen hat er seine Jünger ausgesandt zu lehren, zu predigen, zu taufen. Und die Getaufen finden sich zusammen um Wort (die Predigt) und Sakrament. Irgendwann mussten sie sich als Rechtskörper im Staat organisieren. Dem Wesen nach aber ist Kirche Jesu Christi der Leib Christi (siehe Epheser 4). 

Wenn das so ist, dann versteht sich der nächste Satz Sarahs fast von selbst: “Sie (die Kirche) ist nicht der Tagesmode oder Lehrmeinungen unterworfen.” Was immer diskutiert wird, wie immer die Zeiten sich ändern: Gott ist unveränderlich. Damit ist Jesus Christus unveränderlich: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit (Hebr.13,8). Damit ist der Leib Christi seinem Wesen und seinem Geordnetetsein unveränderlich. Gewiss, wir müssen darum ringen, das zu verstehen. Aber es gilt, auch wenn es uns nicht passt. Vieles erschließt sich eben erst, wenn man es lebt.

Auch der letzte Satz des Zitates von Kardinal Sarah versteht sich von selbst, wenn die Kirche der Leib Christi ist: “Sie muss Christus treu sein.”

Der Leib kann nicht dem Kopf untreu sein.

Der Leib, der stets mit dem Kopf kommuniziert, kann sich nicht vom Kopf lösen. Er würde sterben.

Eine Kirche, die bei Wort und Sakrament (die Beichte impliziert) bleibt, mag durch Krisen gehen. Der Körper kann erkranken. Die Geschichte der Kirche kennt viele solcher Krisen.

Aber Christus wird sie heilen, wie er es immer getan hat. Wer die Psalmen betet, weiß, dass es auch in den Zeiten des Alten Testaments nicht anders ausgesehen hat.

Aber: “Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers HERRN.” ( 1 Kor. 1,9)

So viel Bibel…Ja, gewiss: Aus der Heiligen Schrift, nur aus ihr, erfahren wir gewiß, was Gott uns sagen will.  Biblizismus? Auch den frühen Christen war es Prinzip. Auch die Kirchenväter berufen sich nicht auf den Kaiser in Rom oder die Mode der Zeit. Sie zitieren die Bibel.  Gottes Wort an uns Menschen.

Die Mode der Zeit? Nach der Mode der Zeit Jesu mussten Götter in Standbildern darstellbar sein. So war Religion richtig. Das Christentum betete zum unsichtbaren Gott und wurde deshalb als Aberglaube angesehen.

Fast scheint mir, einige wären da wieder angekommen.

Da ist es Zeit zur Umkehr!  Die Kirche ist eben nicht nicht eine weltliche Modeerscheinung, keine menschliche Organisation. 

Es gäbe noch mehr zu sagen. Zu dem, was Kirche ist. Später.

Gottesdienste

Es hat sich etwas verändert im CCM. Schon seit Sommer 2024 haben wir in der Regel jeden Sonntag Gottesdienst. Wir werden also zukünftig nicht mehr hier mitteilen, wann der nächste Gottesdienst ist. Hingegen wird hier stehen, wenn ein Gottesdienst ausfallen muss.

Das Gottesdienstformat wechselt nun. Alle vierzehn Tage ist es so wie bisher: Lutherische Messe mit Beichte, Predigt, Abendmahl. Kindergottesdienst. Kirchenkaffee.

Die Gottesdienste dazwischen haben auch Abendmahl. Das ist gut biblisch: Auch die ersten Christen trafen sich wöchentlich zum „Brotbrechen“, also zum Abendmahl. (Eine solche Redeweise ist auch heute üblich. Wenn man hier sagt, ich geht zum 1848, dann meint man nicht, man läßt sich von einer Zeitmaschine in das Jahr 1848 transportieren (wenn das denn möglich wäre), sondern man sagt damit aus, dass man zum lokalen Turnverein geht.

Also: Jeden Sonntag Abendmahl. Aber ein Mal mit Predigt, das andere Mal mit Christenlehre. Zur Zeit und auf Wunsch von Gemeindegliedern befassen wir uns mit dem Kleinen Katechismus von Dr. Martin Luther.

Vaterunser

Eine lebhafte Diskussion hat Papst Franziskus angestoßen. Die Bitte des Vaterunsers „…und führe uns nicht in Versuchung…“ sei nicht richtig übersetzt. Und Franz Alt, die Möchte-gern-Kompetenz der Theologie, setzt noch einen

lutherKK „Vaterunser“ weiterlesen

Was für ein Licht! – letzter Sonntag nach Epiphanias (2014)

Mit dem heutigen Sonntag endet die Epiphaniaszeit. Die Weihnachtsbäume sind längst verschwunden, die letzten am zweiten Februar, die Krippendarstellungen eingepackt,  der Christbaumschmuck auf den Dachboden oder in den Keller gebracht. Die Hausfrau findet keine Baumnadeln mehr, Wachsflecken sind ‚rausgebügelt. Die Tage werden allmählich heller, da brauchen wir die Kerzendeko zu Hause nicht mehr, unsere Sinne richten sich langsam auf  die Passionszeit, auf Ostern, gar auf den Frühling.

Aber heute, ein letztes Mal im Lauf des Kirchenjahres, da werfen wir noch einmal… (hier klicken)